www.cystischefibrose.at
ist ein Gemeinschaftsprojekt der
CF Selbsthilfevereine
Wien, Niederösterreich,
Nördliches Burgenland
und Oberösterreich
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Information über die Prävention der Besiedelung mit Methicilin-resistenten Staphylococcus aureus Stämmen (MRSA), multiresistentem Pseudomonas aerugenosa und Burkholderia cepacia bei Cystischer Fibrose

   
 

In den letzten Jahren stellten Infektionen mit multiresistenten Keimen und Burkholderia Cepacia bei CF ein Problem dar. Weltweit ist eine Zunahme der betroffenen Patienten zu verzeichnen. Einzelne Keime können eine bedrohliche Verschlechterung des Krankheitsbildes zur Folge haben. Für die Behandlung steht nur eine geringe Zahl von Antibiotika zur Verfügung, die vielfach auch nur intravenös verabreicht werden können.

Um die Situation der Weiterverbreitung dieser Keime hintan zu halten, ist es daher besonders wichtig, Kontakte zwischen infizierten und nicht infizierten Patienten, bzw. immunsupprimmierten Patienten nach einer Transplantation strikte zu vermeiden. Die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen (Mundschutz, Handschuhe, Kittel, Händedesinfektion innerhalb der CF Station) sind konsequent einzuhalten.

MRSA stellt für gesunde Menschen in der Regel keine Gefahr dar, allerdings ist zu beachten, dass diese Personen als Überträger für Patienten mit CF in Frage kommen.

Immer wieder wird von Patienten mit Problemkeimen gebeten, gegen die von den CF Stationen und Ambulanzen geforderten strengen Hygienemaßnahmen zu intervenieren.

Im Interesse aller nicht-infizierten CF Patienten ist dies aus den oben angeführten medizinischen Gründen nicht möglich.

© Prim. Univ. Prof. Dr. Manfred Götz,
Wilhelminenspital, Wien

 

 

 

 

  „Gesunde und hochkalorische Ernährung bei CF (k)ein Widerspruch?“
   
 

Vortrag von Erich Horak, Diätologe,
Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH.- Wien
am 12. 6. 2006 im Rahmen der „Expertengespräche“ in Wien


Was ist gesunde Ernährung? Kann man sie spüren, riechen, sehen oder schmecken? Sollte jeder sein eigener Experte werden oder muss man sich auf die Meinung der Experten verlassen?

So löst z.B. der Gedanke an Obst aus dem eigenen Garten Assoziationen an sonnengereifte, biologische, frische Früchte aus. Tatsächlich ist dies die gesündeste Art Obst zu essen, da es reich an Inhaltsstoffen ist, die das Immunsystem stärken und z.B. das Risiko an Krebs zu erkranken, minimieren. Sich gesund zu ernähren setzt also voraus, dass man bereit ist, mit Ernährung zu experimentieren. Jeder muss für sich herausfinden, was ihm schmeckt und dabei gleichzeitig „wirkt“. Natürlich sollte auch die Meinung der Experten eingeholt und gegebenenfalls hinterfragt werden.

Aus der Fülle der zahlreichen Diäten und Schemata, sind jene der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch die Grundlage für „Gesunde Ernährung bei CF“. Die Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) aus 2005 „Mukoviszidose (Cystische Fibrose): Ernährung und exokrine Pankreasinsuffizienz“ und der Europäischen Konsensusbericht „Ernährung von Patienten mit CF“ stellen die Basis der Ernährungstherapie bei CF dar.

Wichtige Grundlage der Ernährung bei CF ist die Prävention und frühe Behandlung der mit CF verbundenen Mangelernährung. Diese steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand, der Lungenfunktion und des Wachstums der betroffenen Patienten.

Ursachen der Mangelernährung liegen :
im Gastrointestinaltrakt als großer Energieverlust,
in der Lunge als erhöhter Energieverbrauch und
bei der Nahrungsaufnahme als verminderte Energieaufnahme.


Großer Energieverlust im Gastrointestialtrakt:

• Pankreasinsuffizienz
• Mangelnde Enzym und Bikarbonatsekretion
• Maldigestion und Malabsorption von Fett und fettlöslichen Vitaminen, Eiweiss, aber auch Stärke
• Erschwerte Nährstoffabsorption des intestinalen Epithels
• Mangel und Veränderung der Gallensäuren durch fäkale Verluste
• Ineffektive Stoffwechselwege durch Leberschädigung
• Veränderungen von Motilität und Struktur des Darms
• Vermehrte Absonderung von Sputum
• Glucosurie bei sekundärem Diabetes mellitus

Erhöhter Energieverbrauch der Lunge wegen erhöhter Atemarbeit

• …durch zähflüssigen Schleim
• …durch chronische Entzündung
• …durch akute pulmonale Infekte

Verminderte Energieaufnahme durch Appetitmangel

• …bei chronisch gastrointestinalen Beschwerden
• …bei akuten und chronischen Infektionen der Lunge
• …bei gastroösophagealem Reflux
• …bei distalem intestinalen Obstruktionssyndrom
• …bei hypochlorämischer Alkalos
• …aufgrund psychosozialer Probleme, wie Stress, Depression und Intrafamiliärer Konflikte

Die Auswirkungen der Mangelernährung

• Gewichtabnahme
• Vermindertes Längenwachstum
• Verzögerte Pubertätsentwicklung
• Beeinträchtigung der Lungenfunktion
• Reduktion der Muskelmasse
• Geschwächte Immunabwehr
• Vermehrte Infektionen
• Mangelversorgung mit einzelnen Nährstoffen

Die Mangelversorgung mit einzelnen Nährstoffen betrifft…

• Protein
• Fett, essentielle Fettsäuren, fettlösliche Vitamine A, D, E, K
• Kohlenhydrate
• Wasserlösliche Vitamine (Vitamin B 12)
• Taurin
• Mineralstoffe und Spurenelemente

Individuelle Ernährungstherapie

•Erhebung des Ernährungsstatus (Laboruntersuchungen Anthropometrie Ernährungsprotokoll)
• Einschätzung des Energiebedarfes
• Gabe von Pankreasenzymen: Kreon
• Vitaminsubstitution
• Ursofalk und Taurin
• Kochsalz
• Kalzium

Individuelle Ernährungsempfehlungen:

• Allgemeine Ernährungsempfehlungen

Normalkost vor Diät, „Gesunde Ernährung“, vielfältiges Angebot
Fettmodifikation (Lein-, Raps-; Soja-, Walnuss-, Olivenöl)
Essentielle Fettsäuren (0-6:0-3 = 5 :1 oder 4 :1)
Guter Geschmack, appetitliches Anrichten, Einschränkungen vermeiden
Angenehme Atmosphäre
Keine Sonderbehandlung
Nicht zum essen drängen oder zwingen

• Vorgehen bei Gedeihstörungen

Stufenplan: Energieanreicherung, Supplemente, Trinknahrungen
Sondenernährung, parenterale Ernährung

• Besonderheiten bei Säuglingen

Muttermilch
Säuglingsnahrung (CYSTILAC)
Beikost, Gluten erst ab dem 7. Monat
Kuhmilch nicht im ersten Lebensjahr
Kochsalz

 

  "So schmeckt´s gut" - Vortrag mit Martina Kreuter
   
 

Am 20. November 2009 fand ein Expertengespräch mit Frau Martina Kreuter - Diätologin statt. Gerne stellen wir Ihnen den Vortrag nochmals zum Nachlesen hier zur Verfügung, wir danken nochmals Frau Kreuter für den interessanten Vortrag.

So schmeckt´s gut

   

   
         
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