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Vortrag von Erich Horak, Diätologe, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH.- Wien am 12. 6. 2006 im Rahmen der „Expertengespräche“ in Wien
Was ist gesunde Ernährung? Kann man sie spüren, riechen, sehen oder schmecken? Sollte jeder sein eigener Experte werden oder muss man sich auf die Meinung der Experten verlassen?
So löst z.B. der Gedanke an Obst aus dem eigenen Garten Assoziationen an sonnengereifte, biologische, frische Früchte aus. Tatsächlich ist dies die gesündeste Art Obst zu essen, da es reich an Inhaltsstoffen ist, die das Immunsystem stärken und z.B. das Risiko an Krebs zu erkranken, minimieren. Sich gesund zu ernähren setzt also voraus, dass man bereit ist, mit Ernährung zu experimentieren. Jeder muss für sich herausfinden, was ihm schmeckt und dabei gleichzeitig „wirkt“. Natürlich sollte auch die Meinung der Experten eingeholt und gegebenenfalls hinterfragt werden.
Aus der Fülle der zahlreichen Diäten und Schemata, sind jene der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch die Grundlage für „Gesunde Ernährung bei CF“. Die Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) aus 2005 „Mukoviszidose (Cystische Fibrose): Ernährung und exokrine Pankreasinsuffizienz“ und der Europäischen Konsensusbericht „Ernährung von Patienten mit CF“ stellen die Basis der Ernährungstherapie bei CF dar.
Wichtige Grundlage der Ernährung bei CF ist die Prävention und frühe Behandlung der mit CF verbundenen Mangelernährung. Diese steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand, der Lungenfunktion und des Wachstums der betroffenen Patienten.
Ursachen der Mangelernährung liegen : im Gastrointestinaltrakt als großer Energieverlust, in der Lunge als erhöhter Energieverbrauch und bei der Nahrungsaufnahme als verminderte Energieaufnahme.
Großer Energieverlust im Gastrointestialtrakt:
• Pankreasinsuffizienz • Mangelnde Enzym und Bikarbonatsekretion • Maldigestion und Malabsorption von Fett und fettlöslichen Vitaminen, Eiweiss, aber auch Stärke • Erschwerte Nährstoffabsorption des intestinalen Epithels • Mangel und Veränderung der Gallensäuren durch fäkale Verluste • Ineffektive Stoffwechselwege durch Leberschädigung • Veränderungen von Motilität und Struktur des Darms • Vermehrte Absonderung von Sputum • Glucosurie bei sekundärem Diabetes mellitus
Erhöhter Energieverbrauch der Lunge wegen erhöhter Atemarbeit
• …durch zähflüssigen Schleim • …durch chronische Entzündung • …durch akute pulmonale Infekte
Verminderte Energieaufnahme durch Appetitmangel
• …bei chronisch gastrointestinalen Beschwerden • …bei akuten und chronischen Infektionen der Lunge • …bei gastroösophagealem Reflux • …bei distalem intestinalen Obstruktionssyndrom • …bei hypochlorämischer Alkalos • …aufgrund psychosozialer Probleme, wie Stress, Depression und Intrafamiliärer Konflikte
Die Auswirkungen der Mangelernährung
• Gewichtabnahme • Vermindertes Längenwachstum • Verzögerte Pubertätsentwicklung • Beeinträchtigung der Lungenfunktion • Reduktion der Muskelmasse • Geschwächte Immunabwehr • Vermehrte Infektionen • Mangelversorgung mit einzelnen Nährstoffen
Die Mangelversorgung mit einzelnen Nährstoffen betrifft…
• Protein • Fett, essentielle Fettsäuren, fettlösliche Vitamine A, D, E, K • Kohlenhydrate • Wasserlösliche Vitamine (Vitamin B 12) • Taurin • Mineralstoffe und Spurenelemente
Individuelle Ernährungstherapie
•Erhebung des Ernährungsstatus (Laboruntersuchungen Anthropometrie Ernährungsprotokoll) • Einschätzung des Energiebedarfes • Gabe von Pankreasenzymen: Kreon • Vitaminsubstitution • Ursofalk und Taurin • Kochsalz • Kalzium
Individuelle Ernährungsempfehlungen:
• Allgemeine Ernährungsempfehlungen
Normalkost vor Diät, „Gesunde Ernährung“, vielfältiges Angebot Fettmodifikation (Lein-, Raps-; Soja-, Walnuss-, Olivenöl) Essentielle Fettsäuren (0-6:0-3 = 5 :1 oder 4 :1) Guter Geschmack, appetitliches Anrichten, Einschränkungen vermeiden Angenehme Atmosphäre Keine Sonderbehandlung Nicht zum essen drängen oder zwingen
• Vorgehen bei Gedeihstörungen
Stufenplan: Energieanreicherung, Supplemente, Trinknahrungen Sondenernährung, parenterale Ernährung
• Besonderheiten bei Säuglingen
Muttermilch Säuglingsnahrung (CYSTILAC) Beikost, Gluten erst ab dem 7. Monat Kuhmilch nicht im ersten Lebensjahr Kochsalz
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